Der frühe Vogel fängt den Wurm. Auf geht‘s, wie soll es anders sein zu einem Starbucks. Lecker.
Mit der Subway geht es Richtung Downtown. In der Station Times Square steigt ein schwarzer Prediger zu und wünscht uns mit Versen aus dem neuen Testament einen guten Tag. Wir sollten aufpassen und Acht geben auf die Verlockungen der dunklen Seite. In der Station Wall Street war eigentlich geplant auszusteigen. Überwältigt von der außergewöhnlichen Situation und der spirituellen Nachricht verliere ich den Bezug zu Raum und Zeit *g*. Die Türen der Subway schließen sich. Martin steht schon am Bahnsteig und eine dramatische Stimmung baut sich auf. Doch dann ein Wunder. Der Prediger steckt furchtlos und heldenhaft seinen Arm in die Tür. Wie einst Moses das Meer teilte, teilte er für mich die beiden Türen der Subway. Das ist New York. Amen Bruder.
Durch die berühmte Wall Street geht es dann direkt zum Gebäude des New Yorker Stock Exchange‘s. Leider, „No Entry“ seit 9/11. Dann gehts erst mal mit der Hilfe des bisher so zuverlässigen Touristenführers zum Fulton Fish Market, direkt neben dem Pier 17. Dieser ist jedoch umgezogen in die Bronx, Fischhandel von 2 Uhr Nacht bis 8 Uhr morgens. Doch eine etwas ungünstige Zeit in einer nicht so sicheren Gegend.
Gleich in der Nähe gastiert derzeit „Bodies - The Exhibition“ ( Video), konservierte und präperierte menschliche Körper in allen erdenklichen Variationen. Beeindruckend und vor allem sehr interessant. Leider ist das Knipsen von Fotos nicht erlaubt :-(
Unser nächstes Ziel ist Chinatown. Eine Stadt in der Stadt. Man kommt sich vor wie in Hong Kong. Unzählige Chinesen tummeln sich auf den Straßen, Schilder, Beschriftungen und Preislisten sind ausschließlich in chinesischer Schrift gehalten. Mit Chinatown NY tauchen wir in eine schockierende Welt ein. Frösche werden vor uns brutal erschlagen, halbgerupfte Hühner drehen sich im Schaufenster über den Flammen, dreckige Aquarien wo alle möglichen Lebewesen des Meeres auf ihre Abschlachtung warten. Wir entdecken Shops mit getrockneten Meerestieren wo Chinesen einkaufen wie in einem Bonbongeschäft *würg*. Und es wird noch schlimmer. Wir finden schlechte Nachbauten von westlichen Elektrogeräten ala iPhone. Völlig traumatisiert taumeln wir in Richtung Financal Destrict. Mit jedem Hot Dog-Stand und der abfallenden Anzahlt der chinesischen Schriftzeichen gewinnen wir Hoffnung der stinkenden Chinahölle zu entfliehen.
Was jetzt? Richtung Central Park um uns von dem abenteuerlichen Erlebnissen zu erholen. Vorher geht es noch kurz in die 5th Avenue um für Martin neues und schmerzfreies Schuhwerk zu besorgen. Nach einem kurzen Zwischenstop bei Starbucks auf nen leckeren Eiskaffee lassen wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Kurz vor dem Sonnenbrand packen wir und wandern mit einem fruchtigen Snack ins Hotel zurück.
Abends geht es dann zum „The Big Easy“ Club in der Upper East Side. In den vorangegangenen wochenlangen Recherchen im Internet konnten wir nur die besten Rezessionen erfahren, es sollte ein lässiger Studententreff sei. Zuerst verfahren wir uns erstmalig mit der Subway und landen in einem verlassenen Bahnhof in Queens. Eine Blutlache auf dem Bahnsteig. Bloß weg hier. Nach einer halben Stunde steigen wir in der 96igsten Straße aus und wandern 4 Blocks in Richtung Bar. Auf dem Weg dort hin sehen wir die eine oder andere Gang die sich mit ihren gepimpten Karren auf Raubfang machen.
Endlich sind wir da. Ein beissender Chlorgeruch benetzt unsere Atemwege und wir scherzen darüber, dass dieser Club wahrscheinlich am Tag als Hallenbad benutzt wird. Nach einem kurzen „Brainstorming nach Mr. Corona“ stellen wir fest, dass Chlor auch zur Schimmelbekämpfung eingesetzt wird. Eine, vom Besitzer - so vermuten wir, angesetzte Schimmelzucht scheint an der Decke ETWAS ausser Kontrolle geraten zu sein.
Dennoch sind viele Menschen in der Bar. Ein gemischtes Volk. Vom Gangster bis zum Businessmen und wir mitten drinnen. Wir lernen nach drei - vier Coronas Mr. One kennen, ein kleiner netter Kobold aus Harlem. Seinem selbstgegebenen Namen nach hat er die eine oder andere Folge Sex and the City etwas zu viel gesehen. Da er ein Fan von Europa ist gibt er uns seine Nummer um uns durch die Nachtwelt von New York zu führen. Ob wir das Angebot annehmen wissen wir noch nicht, denn ein Clubkenner der in einer solchen Bruchbude verkehrt, schleppt uns wahrscheinlich in ähnliche Absteigen.
Fazit für das „The Big Easy“: The worst Bar ever. Message to Taliban: Please destroy this building. :-)






am Freitag, 04.07.2008 13:40:54
am Freitag, 04.07.2008 14:13:40